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Unsere Ziele

Wenn der Wind des Wandels weht,

bauen die Einen Schutzmauern,

die Anderen bauen Windmühlen.

Chinesische Weisheit

 

Am System Familie darf nicht gerüttelt werden, so der Eindruck. Doch das Bild der heilen Familie hat auch Sprünge, Kratzer, Verfärbungen. Familie kann weh tun.

Doch die Gesellschaft verändert sich, und damit verändern sich die sozialen Systeme, damit verändert sich auch das Wesen der Familie. Viele Schritte sind getan, die Arbeit und der Umgang mit unseren Gefühlen hinkt ein bisschen nach.

Was früher verdrängt wurde drängt heute an die Oberfläche, will gesehen, gehört, anerkannt werden.

Das gilt für die Alten, das gilt für die Jungen.

Mutig haben wir als Eltern Konventionen abgeschüttelt, Tabus hinterfragt, unsere Kinder anders erzogen – freier, selbstbestimmter, auf Augenhöhe, viel haben wir nachgedacht, überzeugt gehandelt.

Mutig leben unsere Kinder nun mit diesen Werten als ihr Rüstzeug, hinterfragen Tabus, wagen danach zu leben, eigene Entscheidungen zu treffen, erlauben es sich nichts zu rechtfertigen.

Chapeau! – So viel hat sich verändert!

Doch ja, die Veränderung kann schmerzen, nicht ohne Schrammen gehen wir unseren Weg. Um diesem Stadium der Veränderung im System Familie das Bindeglied zu schaffen, um uns als erwachsene Menschen  in Freiheit begegnen zu können und dennoch in in unseren Rollen bleiben zu können fehlt uns noch der letzte Schliff. Wir müssen verstehen – mit dem Herzen.

In der Gruppenarbeit einmal monatlich helfen Betroffene Betroffenen durch Austausch, gegenseitigem Verständnis, aktivem Zuhören, mentaler und emotionaler Unterstützung, individueller Strategien zur Belastungsbewältigung. Wir arbeiten gemeinsam als psychosoziale Gesprächsgruppe mit verschiedenen relevanten Themen.

In der Öffentlichkeitsarbeit der Gruppe über verschieden Medien findet Sensibilisierung unserer Gesellschaft statt für eine seelische Belastung, die tabuisiert ist. Es liegt uns daran aufzuzeigen, dass es sein darf. Dass offen nach Lösungen gesucht werden darf. Dass Hilfe gesucht werden darf. Dass darüber gesprochen werden soll.

Weiterhin wollen Konventionen hinterfragt werden, Regeln und Erwartungen angepasst werden.

Liebe beider Seiten ist ausreichend vorhanden. Das „SEIN lassen“ jedoch, will geübt werden.

Dazu müssen wir uns unserer Gefühle gewahr werden, uns erlauben sie anzusehen, sie anzuerkennen und zu formulieren. Erst die innere Klarheit ermöglicht ein Verstehen, erlaubt es Verständnis zu haben. Was als ambivalentes Gefühl wahrgenommen wird kann nicht souverän kommuniziert werden, kann somit auch nicht wertfrei verstanden werden.

„Zuerst verstehen – dann verstanden werden“ (Steve Covey)

Ja. Und weil ich hier als Elternteil spreche: Es ist die Verantwortung unserer Rolle vorzuleben. Und also damit anzufangen.