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Autor: Admin Gisi Kurath

Besinnung

TOP DOWN

Das ist das Prinzip, mit dem wir meistens arbeiten.

Da treffen wir auf eine Sorge, da ergibt sich ein Problem und wir bemühen gleich einmal unseren Kopf.

In Reflexion und Aufmerksamkeit geübte unter uns sind CENTERD. Wir wissen immerhin, dass es Sinn macht Emotionen, Gefühle und die Innere Stimme in die Problemlösung mit einzubeziehen.

Und nun, für die neugierigen und mutigen unter uns: Machen wir doch einmal was sehr altes. Gehen wir es doch mal ganz anders an. Arbeiten wir

BOTTOM UP!

Und zwar, um in die Gelassenheit zu kommen, die unbedingt notwendig ist, um eine Sorge in den Griff zu bekommen, bzw. ein Problem zu lösen. „Geistesruhe“ benennt das die buddhistische Tradition. Gefühle werden präventiv gesehen bevor sie entstehen.

Am besten gelingt das in der Meditation oder mit einem spielerischen Zugang.

Ihr wisst bestimmt, dass das perfekte Spiel eine ernsthafte Angelegenheit ist. Nicht das „Mensch ärgere dich nicht“ ist gemeint. Wohl eher Schach, oder Go, oder ein Waldlauf, oder ein ein Kochrezept, oder …

Diese Mischung aus Freude, Neugier, Herausforderung, Konzentration, Auseinandersetzung, ungeteolte Aufmerksamkeit, Spielregeln, (Spielpartner,) Umgebung, körperlicher Verfassung, mehr lesen

verbunden

Jemanden zu vermissen, heißt traurig sein.

Gesund traurig sein heißt trauern können – und das ist aktive, anstrengende, innere Arbeit.

In unserem Fall ist es besonders schwierige Arbeit, denn:

NICHT WEG.

UND DOCH

NICHT DA.

Jemanden zu vermissen, heißt aber auch mit ihm verbunden sein.

*Ein Gespräch mit Herrn A.:

Interviewer: „Es ist mittlerweile wissenschaftlich erforscht und bewiesen, dass es hilfreich ist zu verstehen, zu wissen, sich etwas erklärbar machen zu können, um an Körper, Geist und Seele gesund zu bleiben.

Was ist das, womit wir hier zu tun haben?

Herr A.: Die Situation und der Schmerz, den Sie erleben, haben einen Namen. Es nennt sich „UNEINDEUTIGER VERLUST“.

Interv.: Wie lange kann es dauern, bis man sich wieder besser fühlt?

A.: „Besser“ ist ein sehr relativer Begriff, nicht wahr? Genauso wie „die Zeit“. Es dauert, solange es dauert. Tatsächlich wichtig ist der Beginn. Etwas muss beginnen, damit es überhaupt dauern kann.

Von manchen Wunden bleiben Narben, sie sind nicht Makel. Sie gehören zu einer einzigartigen Lebensgeschichte. Aus einer Verletzung ist eine Narbe geworden. Es bleibt sichtbar, was Du erlebt hast. Es gibt eine Geschichte, die erzählt werden kann.

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„If you love someone…

…you will be loyal to him, no matter what the cost.“

Es ist wie es ist und immer wieder mal sein wird.

Ich habe meine Übungen gemacht.

365 Tage hat das Jahr. An 350 davon geht es schon gut, habe ich festgestellt. Ich habe Freude am Leben, meiner Arbeit, meinen Mitmenschen. Ich kann die Entscheidung des Kontaktabbruchs/der Funkstille respektieren, durchaus reflektiert, verständnisvoll und in Liebe.

Ich fühle mich verbunden.

Ich weiß, das ist in gewisser Weise eine Herzensentscheidung, die mir hilft Verantwortung zu tragen und verlässlich da sein zu können.

An Tagen wie diesen

Kündigt das Aufwachen schon eine Krise an. Der Weg in die Küche, zum Kaffee, schmerzt in den Gelenken, ich fühle mich schlapp, schwach, ein Kloß steckt im Hals.

Nichts funktioniert richtig. Das Brot lässt sich nicht schneiden, ich vergesse die Milch zu wärmen, ich finde meine Hausschuhe nicht. Was einfach komisch und nach Zerstreutheit klingt ist für mich bereits ein innerer Alarmzustand. Denn ich weiß, ich muss an diesen Tagen gut auf mich achtgeben.

Heute bin ich wütend.

Ich mag nicht mehr. Wie komme ich dazu? Was habe ich verbrochen, dass jemand so mit mir verfährt?

Ich tappe in die Schuldfalle.

Was habe ich falsch gemacht? Ich bin wohl ein unmöglicher, andere verletzender Mensch. Ich habe falsch gehandelt, zu viele Fehler gemacht.

Ich schäme mich.

Ich bin so furchtbar, und wahrscheinlich auch noch respektlos, übergriffig, und dumm, dass man sich mit mir nicht abgeben kann. Ich bin wohl doch psychisch krank.

Ich reiße mich zusammen.

Menschen machen Fehler. Aber alle Menschen machen Fehler. Nicht bloß ich alleine. Ich habe gelernt, dass man auch für die Fehler anderer Menschen einstehen muss/kann!! Ich habe gelernt, dass man über alles sprechen kann, wenn gute Absicht beider Seiten dahinter steht. Ich habe gelernt, dass es einen Weg zueinander gibt, wenn man nur möchte, wenn man sich mag!

Ich zweifle.

An der Liebe, am Vertrauen, am Selbstvertrauen. Wo bleibt die Verantwortung? Kann ich mich auf die Liebe nicht mehr verlassen? Wie kann das sein?

Ich werde nochmal wütend.

Wie ist das möglich? Einfach weil es heutzutage möglich ist? Weil jeder auch ohne den anderen leben kann? Weil Verbindlichkeit und Verantwortung anstrengend sind? Weil die Liebe anstrengend ist? Weil man alleine besser und leichter vorankommt? Weil das Gefühl von Verbindlichkeit eine Last ist?

Ich verstehe nicht.

Was ist bloß passiert? Mit mir, mit uns, mit der Welt, der Gesellschaft? Ich hadere, ich gräme mich, ich muss weinen.

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Denn sie wohnen im Haus von morgen

Liebe C,

nachdem ich mich so lang nicht gemeldet hab, obwohl ich dich die ganze Zeit im Hinterkopf hatte, muss ich jetzt einfach direkt antworten: Vielen lieben Dank, das freut mich total! Das Thema war echt ne Herausforderung, so persönlich und emotional… Das ist ja so ein individuelles Thema, dass man gar nicht „allgemeingültig“ drüber schreiben kann, gleichzeitig möchte ich aber auch, dass sich andere Betroffene darin wiederfinden – es freut mich wirklich, wenn der Text so funktioniert! Und daher auch vielen, vielen Dank an dich, dass du dich nach meiner Kontaktaufnahme der Sache angenommen und den Kontakt zum Verein „das Haus von morgen“ hergestellt hast. Ohne eure Hilfe wäre der Beitrag nicht geworden, was er jetzt ist 🙂

Lucia Brückelmayr

Es ist ein Beitrag entstanden, durch den Gesellschaft und Öffentlichkeit für das  Thema Kontaktabbruch sensibel, einfühlsam und respektvoll sensibilisiert werden kann.

Vielen Dank für die Offenheit der Betroffenen, Lucia Brückelmayr für Recherche, Umsetzung, Engagement.

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